Cornelia Konheiser
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Malerei Grafik

 

 



Biografie

Mitglied im BBK


1964                         


bei Wurzen geboren

in Kindheit und Jugend regelmäßiger Besuch des Zeichenzirkels der Heimatstadt unter Leitung des Malers Arno Strassberger

Begegnung mit dem Maler Hans-Peter Hund

1982

Abitur

1983 bis 1989

Studium der Chemie an der TU Dresden

1988

Geburt der Tochter Gesine

1991

Geburt des Sohnes Clemens

bis 1996

Tätigkeit als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Dresden und im Umweltbereich

ab 1997

mit Geburt der Tochter Charlotte Aufgabe der bisherigen beruflichen Tätigkeit

1999

Umzug nach Radebeul

ab 2000

wieder stärkere Hinwendung zu künstlerischem Schaffen(Malerei/Zeichnung/Hochdruck)

2001

Geburt des jüngsten Sohnes Jasper

ab 2006

intensive Aneignung verschiedenster Radiertechniken

Grafikkurs bei der Künstlerin Maja Nagel

2012 bis 2015

Künstlerisches Abendstudium an der Neuen Abendschule, ehem.HfBK Dresden bei den Künstlern Silke Nietzsche und Folker Fuchs

ab 2015

eigenes Atelier mit Tiefdruckwerkstatt

ab 2019

Mitglied im Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler


lebt und arbeitet in Radebeul



Ausstellungen


2009                       

Grafikausstellung im Cafe Strauss in Moritzburg, Beteiligung

2012

Galerie mit Weitblick, Gemeinschaftsaustellung Radebeuler Künstler

2013

Museumscafe des Käthe Kollwitz Hauses in Moritzburg

2014

Grafikausstellung tiefgedruckt in Kleiner Galerie, Barockschloss Neschwitz, Beteiligung

2015

Kunstprojekt Radebeul- Stadt der Zukunft in Stadtgalerie Radebeul,Beteiligung

2016

Gemeinschaftsausstellung der Kunstspuren Radebeul im Kulturbahnhof/Stadtbibliothek Radebeul-Ost

Kunstprojekt Radebeul besitzen in Stadtgalerie Radebeul, Beteiligung

Grafikausstellung tiefgedruckt II im Käthe Kollwitz Haus in Moritzburg, Beteiligung

Wenn der Wind weht, Gemeinschaftsausstellung in der Galerie mit Weitblick

2017

Ausstellung im Künstlerhof Kunath mit Teilnehmern des PleinAir 2017  

mit Ulla Andersson, Silvia Fenk, Rita Geißler, Nadja Göschel, Anna Gorsleben,  Gerrit Höfig, Franziska Kunath, Anke Kutzschbauch, Maria Mednikowa, Maja Nagel, Hans-Jürgen Reichelt, Anita Rempe, Barbara Wiesner, Susan Witwer

Einblicke, Gemeinschaftsausstellung der Kunstspuren Radebeul in den Radebeuler  Filialen der Sparkasse Meißen

Adventsausstellung Künstlerhof Kunath

2018

Radebeuler Künstler heute (Teil V) in der Stadtgalerie Radebeul, Beteiligung

DIEandereSEITE, Landesbühnen Sachsen, Beteiligung

Ingenieurkammer Dresden, Beteiligung

diesseits, Galerie Falkenbrunnen in Dresden, Beteiligung

Intermediales  Kunstprojekt Radebeul bei Tag - Radebeul bei Nacht in Stadtgalerie Radebeul, Beteiligung

Adventsausstellung Künstlerhof Kunath

2019

SONDERAUSSTELLUNG Kunstspuren Radebeul

Messehallen Dresden, Saal Rotterdam/St.Petersburg

IMPULSE I , Galerie Im 2. Stock Rathaus Dresden, Beteiligung

SPIEGELUNG, Landesbühnen Sachsen, Beteiligung

Sommerausstellung im Künstlerhof Kunath mit Teilnehmern des PleinAir 2019 

mit Silvia Fenk,  Anna Gorsleben,  Gerrit Höfig, Franziska Kunath, Anke Kutzschbauch, , Maja Nagel, Hans-Jürgen Reichelt, Anita Rempe, Stepanie Laeger, Michele Cyranka, Sabine Heinrich, Henry Puchert, Kai Kluge, Elisabeth Richter, Robert Finke, Jane Gebert, Tom Lange

"in der natur SEIN"

Ausstellung im Klinkhardt - Bau in Wurzen

Radebeul gewendet

Sommerprojekt in Stadtgalerie Radebeul,Beteiligung

Texte

Meine Damen und Herren, 

lieber Herr Bodendieck,

liebe Cornelia Konheiser,

in der natur SEIN“ ist das Motto unserer 19. Ausstellung mit Arbeiten der gebürtigen Wurzenerin Cornelia Konheiser. Und es ist hier bei weitem nicht die erste Präsentation, die sich dem Thema Natur und Landschaft widmet. Abgesehen von der letzten Schau mit Malerei und Grafik der Dresdnerin Rita Geißler, die wohl bei jenen, die zur Eröffnung oder bei anderer Gelegenheit hier waren, noch gut im Gedächtnis ist, möchte ich bei dieser Gelegenheit auch an die Ausstellungen von Hans Peter Hund, Manfred Löffler, Franziska Kunath, Anita Voigt, Kerstin Franke-Gneuß, Hartmut Piniek, Sebastian Glockmann oder Ulrich Eisenfeld erinnern. In vielfältigen Handschriften widmeten sie sich dem Thema Natur und Landschaft, wobei ihr Ansatz tatsächlich in der unmittelbaren Auseinandersetzung zu suchen ist. Das kann man durchaus betonen, weil es zeitweise so scheinen konnte, dass dieses Thema zunehmend nur noch im Kontext von Fotografie und anderen neuen Medien eine Chance haben könnte.
Mittlerweile aber scheint bei vielen, auch jüngeren Künstlern – wohl im Ergebnis zahlreicher neuer Erfahrungen mit Entwicklungen der jüngeren Zeit – das Bedürfnis nach unmittelbarer Begegnung und Auseinandersetzung mit der Natur wieder zu wachsen, vielleicht auch als Projektionsfläche von Sehnsüchten nach Harmonie, weniger Hektik und Aufgeregtheit sowie ungebrochener Schönheit in einer sich stark wandelnden und die Lebensgrundlagen des Menschen gefährdenden gesellschaftlichen Wirklichkeit. Dabei geht es wohl weniger um eine Flucht, sondern eher um das Bewusstmachen von unwiederbringlichen Werten, um die Erinnerung an die Grundlagen unserer Existenz, die sich dank der Globalisierung immer weniger im Selbstlauf erhalten. Schließlich finden sich auch genug Werke, die auf Gefährdungen und Zerstörungen verweisen. Zugleich erinnern viele Künstler mit ihren Naturschilderungen an das ewige Werden und Vergehen, in das der Mensch – keineswegs allmächtig – eingebettet ist.

  In diese Überlegungen ordnet sich durchaus der von Cornelia Konheiser gewählte Ausstellungstitel „in der natur SEIN“ ein. Nicht zuletzt durch die Schreibweise scheinen mir verschiedene Aspekte der Naturreflexion in ihrem Schaffen berührt. Betrachtet man die Bilder der Künstlerin, nicht zuletzt die hier in der Ausstellung gezeigten, so kann man wohl davon sprechen, dass sie eine besondere Aura umgibt. In den naturhaften, eine große Ruhe ausstrahlenden Szenerien ist wohl gleichermaßen das nicht Sichtbare wichtig. Alles wirkt wie in einem langsamen dahin Fließen. Das lässt die Motive mitunter seltsam beseelt, man könnte auch sagen träumerisch, erscheinen, als wären unsichtbare Naturgeister zugange. Der „Knorrige Baum im Frühling“ (2017) etwa wirkt eigenartig belebt, seine Äste fast wie Arme.  Nicht zuletzt die vielen Spiegelungen lassen Raum für die Phantasie des Betrachters.  


Zu dieser Wirkung trägt neben dem eher ruhigen Gestus selbstverständlich auch die gewählte Farbigkeit bei. Unübersehbar ist die Dominanz von Grün in allen Schattierungen – von ganz dunkel bis zum frühlingshaften Lind. Hinzu treten die unterschiedlichsten Blautöne – auch hier von dunkel bis Azur. Rot, besonders im dunkleren Bereich von Wein- und Englischrot bis zu leuchtendem Rosa wie bei den „Uferbäumen“ (2017) auf der Einladung sowie verschiedentlich Weiß- und mitunter Gelbtöne prägen ebenfalls Akzent setzend die Malerei der Künstlerin.   

Der Hintergrund für solche Wirkungen ist wohl darin zu suchen, dass es sich in der Masse um zwar der Natur abgelauschte, gleichwohl im Atelier geschaffene oder zumindest dort vollendete Bilder handelt. Da wird dann im Sinne künstlerischer Freiheit manches besonders betont, erhält noch mal einen anderen Touch als beim direkten Arbeiten vor der Natur, dem die Künstlerin auch nachgeht – etwa wenn sie bei Pleinairs große Panoramen einer Landschaft malt, die den gesehenen Eindruck einfangen.


In den Atelierbildern aber, die auf solchen Eindrücken beruhen, scheint alles auf den inneren Zusammenhalt der Natur hinauszulaufen. Sie vermitteln den Eindruck, dass da mehr ist als Baum, Strauch, Teich – etwas, das man nicht sehen kann, das die Welt aber in ihrem Inneren zusammen hält. Es ist kein Zufall, dass manche der jüngeren und jüngsten Arbeiten diesen Aspekt noch mehr in den Vordergrund zu rücken versuchen. Ein Beispiel hier in der Ausstellung ist das „Wachstum“ genannte Bild von 2018, auf dem sich eine Vielfalt von Keimen und Trieben durch den Naturraum zu schieben und zu schlingen scheint. Andere Bilder jüngsten Datums, die ich im Atelier sah, zeigen eine Vielfalt von stilisierten (Natur)Elementen im Raum, sozusagen die Basis für das Große Ganze, in das der Mensch eingebunden ist, wie hin und wieder auftauchende Gesichter vermitteln.

Diesen Ansätzen scheint mir auch der von Cornelia Konheiser gewählte Ausstellungstitel, das schließt die Schreibweise ein, geschuldet. „in der natur SEIN“ betont selbstverständlich die unmittelbare Naturbezogenheit. Mit dem in Großbuchstaben gehaltenem Wort „ SEIN“ tritt  allerdings mittlerweile auch stärker ein naturphilosophischer Anspruch hervor. Dies muss angesichts der Biografie der heute in Radebeul lebenden Künstlerin allerdings nicht verwundern. Cornelia Konheiser, schon immer an eigener Betätigung in diesem Sinn interessiert, übte zunächst aber einen naturwissenschaftlichen Beruf aus. Sie hatte zwar als Schülerin bereits erste Schritte zu eigenem künstlerischen Tun unternommen, unter anderem bei Arno Strassberger im Zeichenzirkel. Aus ihrer Oberschulzeit in den späten 1970er/frühen 80er Jahren rührt auch die Begegnung mit Hans Peter Hund. Nach dem Abitur allerdings führte sie ihr Weg erst einmal nach Dresden, an die Technische Universität, wo sie zwischen 1983 und 1989 Chemie studierte und anschließend bis 1996 auch als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Umweltbereich tätig blieb. Gleichwohl stellte sich der mehrfachen Mutter wohl zunehmend stärker die Sinnfrage. Besonders ab 2000 wendete sie sich wieder verstärkt  ihrer künstlerischen Leidenschaft zu. Dabei nutzte sie viele sich bietende Möglichkeiten zur Vervollkommnung ihrer Fertigkeiten, die ja – obwohl von manchen infrage gestellt - letztlich eine Voraussetzung für gelungenes künstlerisches Schaffen sind. So vervollkommnete sie sich ab 2006 bei Maja Nagel, einer bekannten, sehr vielseitigen, in Berlin und im Dresdner Umland ansässigen Künstlerin, in der Ausübung grafischer Techniken. Und vor noch nicht so langer Zeit – 2012 bis 2015 – absolvierte sie ein Abendstudium, das an das einstige, an der HfBK Dresden angebotene Abendstudium anknüpfte (Maja Nagel wie auch die Lehrenden der Abendschule gehören ihrerseits zu den Absolventen der HfBK, Nagel in den 19770er Jahren, Folker Fuchs in den späten 1990er Jahren).                         


Mittlerweile ist Cornelia Konheiser im Kreis jüngerer, in und um Dresden beheimateter Künstler angekommen, die ihre Inspirationen auf die eine oder andere Art in der Auseinandersetzung mit der Natur suchen. Dies schlägt sich seit einer Reihe Jahren in regelmäßigen Ausstellungen nieder, zu denen nun auch die hier in Wurzen, sozusagen an der Wurzel des künstlerischen Weges von Cornelia Konheiser, hinzukommt.

Dr.sc.phil. Ingrid Koch

Aus der Einführung zur Ausstellung "in der natur SEIN" im Klinkhardt-Bau Wurzen

7.Juni 2019





Auch für Cornelia Konheiser ist die Natur Vorgabe und Impuls für das eigene Schaffen. Dabei wechselt ihre Auffassung von realistischer bis zu leicht abstrahierender Ausprägung. Ihre Serie "Uferzone I- VI (2018) ist ein Meisterstück, indem die Spiegelung in verschiedenen Varianten durchgespielt wird.Auf Spaziergängen und Wanderungen empfängt sie die nötige Inspiration durch die Übergänge von Licht zu Schatten sowie den in der Natur entstandenen Strukturen, die sie im Bild leicht auf das Wesentliche reduziert. So entsteht ein malerischer Impressionismus aus Formen und Farben, der über den visuellen Eindruck hinausreicht und zu etwas Eigenem wird. Grün, Weiß und Blau, geheimnisvoll verspiegelt, sind, in ihren Valeurs, die bestimmenden Farben ihrer Fluss- und Uferbilder.

Heinz Weißflog

Auszug aus der Laudatio zur Gemeinschaftsausstellung "Spiegelung" im Glashaus der Landesbühnen Sachsen

10. März 2019


 

 

 

 



Acrylbilder von starker Ausstrahlung, darunter Landschaften, die zum Teil vor Ort entstanden, steuerte Cornelia Konheiser bei. Kräftige Farben, darunter vielfältige Grüns und Blaus, dominieren in breiten Pinselschwüngen und in heftigem Gestus auf Papier oder Leinwand.

Heinz Weißflog

Auszug zur Gemeinschaftsausstellung "Kunstspuren" in der Stadtbibliothek in Radebeul Ost

Artikel vom 26.7.2016 in DNN